IG Wald miteinander

           

Unser erstes öffentliches Treffen vom 25. Januar                       Bericht aus der Wanze Nr. 3 vom 8. Februar 2018               

Die künftige Interessengemeinschaft für ein Wald miteinander hat am 25. Januar ein erstes gutbesuchtes öffentliches Treffen durchgeführt.

Die letzten Jahre hat es geknistert bis gekracht im politischen Gebälk der Gemeinde. Nebst etlichen politischen Themen stand die ungelöste Auseinandersetzung um ein neues Dorfzentrum in Wald im Mittelpunkt. Die Meinungen waren gespalten, das Ausmass der Zuständigkeit des Gemeinderats umstritten. Anstatt miteinander wurde viel übereinander geredet. Vermutungen, Gerüchte, Vorurteile und Beschuldigungen hatten Hochkonjunktur. Den Höhepunkt bildete der Rücktritt von fünf Gemeinderät/innen. Viele Wäldler/innen reagierten verunsichert, stellten sich gar die Frage, ob sie den politischen Behörden noch vertrauen konnten und machten sich Sorgen um den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft.

Handeln statt Jammern

Anstatt die Faust im Sack zu machen, beschloss eine politisch unabhängige Gruppierung aus Einwohnerinnen und Einwohnern, eine Interessengemeinschaft, aufbauend auf die Tradition der Lesegesellschaften, zu bilden. Nach Diskussionen mit vielen Wäldlerinnen und Wäldlern wurden sie in ihrem Anliegen bestärkt.  Als IG Wald miteinander wollen sie sich einsetzen für ein Dorf, das ganzheitlich gemeinsam die nahe und ferne Zukunft des Dorfes mitplant. Die Menschen sollen miteinander reden, auch wenn sie nicht gleicher Meinung sind. Probleme lassen sich im Dialog besser klären, was letztlich auch zu differenzierteren Lösungsansätzen führt. Die IG hat sich zum Ziel gesetzt, künftig eine breite Diskussion zu politischen und gesellschaftlichen Themen im Dorf zu fördern. Auch ungezwungenes Zusammensein, miteinander Feste feiern und weitere kulturelle Anlässe sollen angeregt werden. So lassen sich eine Vielfalt von unterschiedlichen Meinungen und Ansichten wieder an einen Tisch bringen. Kreative Ideen sind erwünscht. Es geht um die Zukunft eines lebenswerten Dorfes mit Alteingesessenen, Neuzuzügern und vielen jungen Familien mit Kindern. Alle sollen sich wohlfühlen.

An der Wahlversammlung vom 16. Januar und in der letzten Wanze luden die Initianten alle Interessierten zu einem ersten öffentlichen Treffen ein. 32 Wäldler/innen kamen an den Anlass. Aktuelle Themen waren die bevorstehende Wahl der neuen Gemeinderäte und die in Aussicht stehende Gründung der IG. Erfreulicherweise waren alle fünf Gemeinderatskandidatinnen und- kandidaten, sowie Edith Beeler am Treffen dabei.

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Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes ist an dieser Stelle ein Bild des Versammlungsortes          

             

Welchen Eindruck haben die Gemeinderatskandidat/innen vermittelt?

Alle Anwesenden wurden eingeladen, ihren persönlichen Eindruck von den fünf Gemeinderatskandidat/innen auf Zettel zu schreiben. Ausgangslage war die Vorstellung in der Wanze, ihr Auftreten und  ihre Antworten auf Publikumsfragen anlässlich der Wahlveranstaltung vom 16. Januar. Es galt den persönlichen Eindruck auf verschiedenfarbige Zettel zu schreiben und diese am Plakat der entsprechenden Person anzukleben. Alle waren eingeladen, fair, ehrlich, respektvoll, offen, kritisch und konstruktiv positive Eindrücke, negative Einschätzungen und Fragen aufzuschreiben.  Die Aussagen wurden von allen gelesen und vor den Plakaten ein erstes Mal diskutiert. Da alle Kandidat/innen anwesend waren, konnten diese direkt zu den Rückmeldungen und Fragen Stellung nehmen.

Im zweiten Teil wurden drei Gruppen gebildet, welche diskutierten, was das Fazit der Rückmeldungen ist und was das für Wald bedeutet. Edith Beeler und die fünf Kandidat/innen diskutierten in einer eigenen Gruppe über Ziele, Bedeutung und Möglichkeiten der IG für einen künftigen Gemeinderat. Nach der Diskussion fasste jeweils ein Gruppensprecher bzw. eine Gruppensprecherin zusammen, was diskutiert wurde.

Fazit der Gruppendiskussionen

Es wurde festgestellt, dass In den Gruppen gut und angeregt miteinander diskutiert werden konnte, trotz unterschiedlichen Meinungen. In Wald herrscht politisch eine grosse Verunsicherung und es braucht  Mut, sich als Gemeinderat/rätin aufstellen zu lassen. Dafür gebührt den Kandidat/innen Anerkennung. Zwischen Gemeinderat und Bevölkerung wurde in der Vergangenheit zu wenig kommuniziert. Es besteht die Hoffnung, dass aus vergangenen Fehlern gelernt werden kann. Enza Welz ist im Dorf durch ihr Engagement verschiedenster Art bekannt. Thomas Fry und Nicolo Abate sind bis jetzt für viele im Dorf eher weniger bekannt. Thomas Stahr und Claudia Jann sind vor kurzem neuzugezogen, sie sind den meisten unbekannt.  Es scheint schwierig, die Kompetenzen von den weniger bekannten Kandidat/innen herauszufinden, bevor sie überhaupt etwas geleistet haben. Auf dieser Grundlage wurde der Wunsch geäussert nach weiteren Kandidat/innen, welche man in Wald besser kennt.

Das Dorfzentrum ist nach wie vor ein aktuelles Thema und es bestehen dazu unterschiedliche Meinungen bezüglich des Engagements des Gemeinderats. Von der IG wird erwartet, dass sich in Wald die Kommunikationskultur verbessert. Zudem sollte ihr Standpunkt neutral sein, eine Plattform für unterschiedliche Meinungen bieten und sich sowohl gesellschaftlich als auch politisch für fairen Meinungsaustausch und für mehr Dialog engagieren. Aus der GR-Gruppe wurde die IG angefragt, wie sie sich die Zusammenarbeit mit dem GR vorstellen.

Wie weiter mit der IG?

Eine Steuergruppe ist verantwortlich für die nächsten Schritte der IG. Bis zu den Sommerferien gibt es ca. 4 Sitzungen, mit dem Ziel, die IG zu gründen, einen administrativen Vorstand zu bilden und zu planen, wie es weitergeht. Die Steuergruppe übernimmt dabei eine führende Rolle. Sobald die IG konstituiert ist, wird eine öffentliche Gründungsversammlung durchgeführt. Anlässlich der Veranstaltung haben sich noch 14 Teilnehmer/innen für eine künftige Mitgliedschaft als Aktivmitglied angemeldet. Somit wären es mit den bisherigen Interessierten insgesamt schon 25 Mitglieder der künftigen IG. Zudem hoffen wir, dass sich in Zukunft noch viele weitere Mitglieder der IG anschliessen.

Für die Arbeitsgruppe IG Wald miteinander, Thomas Baumgartner